Was ist Diskriminierung?

Haben Sie eine Anstellung nicht bekommen, weil Sie mit 48 Jahren „zu alt“ sind? Wurden Sie in Ihrem Wohnumfeld angefeindet, weil Sie ein Kopftuch tragen? Grenzen Kolleg_innen Sie aus, weil Sie in schwuler Partnerschaft leben?

  • Hat man Sie nicht in die Disko reingelassen, weil Sie „zu ausländisch“ aussehen?
  • Verdienen Sie im gleichen Job weniger als Ihr männlicher Kollege?
  • Hat man Sie auf dem Amt wegen Ihrer Behinderung abwertend behandelt?
  • Will die Genossenschaft keine Wohnung an Sie vermieten, weil Ihre Familie nicht aus Deutschland kommt?

Ist das schon Diskriminierung?

Von Diskriminierung sprechen wir, wenn Menschen wegen grundlegender Merkmale schlechter als andere behandelt oder in ihrer Würde verletzt werden. 

Solche Merkmale sind z. B.: 

  • Herkunft, 
  • Nationalität, Hautfarbe oder Sprache,
  • geschlechtlich-sexuelle Identität,
  • Lebensalter, 
  • Geschlecht, 
  • Religion und Weltanschauung,
  • körperliche und geistige Fähigkeiten.

Diskriminierungen entstehen... 

  • durch das Handeln einzelner Menschen. 
  • als Ergebnis von gesetzlichen Regelungen, von ausgrenzenen Abläufen in Unternehmen und Behörden.
  • als Ergebnis von baulichen und kommunikativen Barrieren.

Diskriminierung bedeutet…

  • den Ausschluss von materiellen Ressourcen, 
  • von politischer und gesellschaftlicher Teilhabe,
  • die Verletzung der Menschenwürde und/oder
  • die Verweigerung von Anerkennung, Respekt und Interesse.

Dabei kann Diskriminierung ganz unterschiedliche Formen annehmen, z. B.: 

  • Kontaktvermeidung, Ausgrenzung,
  • Beleidigungen, 
  • Benachteiligung beim Zugang von Gütern und Positionen, 
  • gesetzliche Benachteiligung.

Diskriminierung kann in den unterschiedlichsten Lebensbereichen zum Ausdruck kommen:

  • im Alltag,
  • in der Sprache und in der Medien-Repräsentation, 
  • beim Zugang zu Bildung und Ausbildung, 
  • auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, 
  • im Gesundheits- und Versicherungswesen, 
  • in der politischen Teilhabe.

In unserer Gesellschaft wird Diskriminierung durch bestimmte Ideologien und Machtstrukturen gestützt, z. B.:

  • Rassismus
  • Sexismus
  • Homosexuellenfeindlichkeit
  • Trans*-Feindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Islamfeindlichkeit
  • Klassismus
  • Adultismus.

Wie funktioniert Diskriminierung?

Der Grundmechanismus von Diskriminierung ist dabei immer gleich: 

(1) Menschen werden anhand von Merkmalen (z. B. Lebensalter) voneinander unterschieden; 

(2) ein Teil der Menschen wird auf Grundlage eines oder mehrerer Merkmale abgewertet (z. B. „zu alt“ sein für etwas) und 

(3) schlechter behandelt (z. B. bekommt eine als „zu alt“ für die Branche eingeschätzte Person einen Job nicht). 

Mehrfachdiskriminierung

Manche Menschen erfahren wegen mehr als einem Merkmal Diskriminierung: 

  • Das betrifft Personen, die gleichzeitig mehreren benachteiligten Gruppen angehören: z. B. kann ein junger Migrant zusätzlich wegen seiner queeren Lebensweise benachteiligt werden. 
  • Es kann auch sein, dass ein Diskriminierungsmerkmal gleichzeitig durch ein oder mehrere weitere Diskriminierungsmerkmale verstärkt wird: z. B. bekommt eine Woman of Color, die als Zeichen ihrer Religionszugehörigkeit ein Kopftuch trägt, nicht nur weniger Gehalt als ihr “weißer” (männlicher) Kollege, sondern auch als ihre “weiße” (weibliche) Kollegin.

Möchten Sie mehr zum Thema wissen?

Dann schauen Sie in unser Glossar. Hier haben wir Begriffe wie Diskriminierung, Mehrfachdiskriminierung, Belästigung und viele weitere mehr erklärt.