Modul 4: Barrierefreie Kommunikation: Kommunikation über Lautsprache hinaus

Workshop

Gebärdensprachdolmetschung bei einer Podiumsdiskussion zurück zu "Barrierefreiheit aktiv gestalten!"

Können Gehörlose von den Lippen ablesen? Hat jedes Land eine eigene Gebärdensprache?
Wie erfahren gehörlose Menschen, dass das Telefon klingelt? Wie erreiche ich gehörlose Menschen als Zielgruppe?

Gesten statt Worte: In diesem Workshop geht es um die lautlose Vielfältigkeit der Kommunikation. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Deutscher Gebärdensprache und ihrer Kultur, sowie der Kommunikationsform taubblinder Menschen - dem Lormen.

Gebärdensprache und Gebärdensprachgemeinschaft

Rund 80.000 Menschen in Deutschland sind gehörlos, weltweit wird ihre Zahl auf etwa 70 Millionen Menschen geschätzt. In den letzten Jahren ist das gesellschaftliche Bewusstsein für ihre kommunikativen Bedürfnisse gewachsen, Medien und öffentliche Institutionen bemühen sich, Untertitel oder Übertragungen in Gebärdensprache anzubieten.

Die Gebärdensprache ist ein vollwertiges Sprachsystem – sie ist lebendig, aktuell und nutzt eine eigene Grammatik. Dabei wird sie größtenteils von tauben und schwerhörigen Menschen genutzt. Der Kreis der Nutzer_innen von Gebärdensprache wächst jedoch zunehmend – und somit auch die Gebärdensprachgemeinschaft.

Ziel des Workshops ist es, die Kommunikation zwischen Nicht-Hörenden und Hörenden reibungsloser und unbefangener zu gestalten. Dadurch entsteht die Möglichkeit, Integration und Teilhabe von nicht-lautsprachlich kommunizierenden Menschen im Alltag zu realisieren.

Inhalte

  • Sie erhalten Einblick in die Kultur und Geschichte der Gebärdensprache und ihrer Nutzer_innen. 
  • Sie lernen Tipps zur Kommunikation mit gehörlosen und hörbeeinträchtigten Personen.
  • Sie werden selbst erste Sätze in Deutscher Gebärdensprache formulieren. Eine nicht-hörende Gebärdensprachdozentin wird den Workshop dabei unterstützen und für eine realistische Lernatmosphäre sorgen.
  • Sie lernen weitere, manuelle Kommunikationssysteme kennen (z. B. Lormen oder Daktylieren, welche die Kommunikation mit taubblinden Menschen ermöglichen).
  • Sie erhalten Hintergrundinformationen und Hinweise, die Ihnen dabei helfen, Nutzer_innen von Gebärdensprache aktiv einzubeziehen (z. B. zur Akquise von Gebärdensprach-Dolmetscher_innen oder zu Gebärdensprachkurse in Ihrer Nähe).

Zielgruppen

Die Fortbildungsreihe richtet sich an:

  • Vereine, Initiativen und zivilgesellschaftliche Organisationen, 
  • Mitarbeitende in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
  • Beauftragte öffentlicher Einrichtungen oder Behörden,
  • interessierte Einzelpersonen.

Referentinnen

Den Workshop begleiten zwei externe Referentinnen, die jeweils als Expertinnen in eigener Sache über Gebärdensprache und über Lormen sprechen.

Teilnahmebeitrag

Die Teilnahme am Modul kostet regulär 75 €, ermäßigt 30 € (Rentner_innen, Studierende, Menschen mit geringem Einkommen).
Bei gleichzeitiger Buchung weiterer Module reduziert sich der Betrag um je 5 Euro.
Bei Fragen zur Modulkombination sowie zu den Inhalten können Sie sich gern an uns wenden.

Kontakt

E-Mail: barrierefreiheit@adb-sachsen.de
Tel. 0341/ 30 39 492