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Ziele

Wir fordern umfassenden und effektiven Rechtsschutz vor und bei Diskriminierung!
 
Mit der Verabschiedung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), vormals Antidiskriminierungsgesetz genannt, ist Deutschland endlich der Verpflichtung nachgekommen, die EU-Antidiskriminierungsrichtlinien - die einstimmig von allen Mitgliedstaaten beschlossen wurden! - umzusetzen. Wir schulden es uns aber auch als Gesellschaft, gegen Diskriminierung vorzugehen: Ein Antidiskriminierungsgesetz ist auch ein wichtiges Signal dafür, dass Integration nicht nur eine Forderung an vermeintliche Minderheiten sein darf, sondern mit einem Anspruch auf Respekt und Chancengleichheit einhergehen muss.Das Gleichheitsgebot in Artikel 3 Grundgesetz gilt unmittelbar nur zwischen BürgerInnen und Staat, nicht zwischen Privatpersonen. Zur Durchsetzung von Chancengleichheit in der Privatwirtschaft ist das AGG daher unabdingbar. Das trifft besonders in einer Zeit zu, in der immer mehr staatliche Aufgaben privatisiert werden. 
In vielerlei Hinsicht reichen bereits bestehende Gesetze nicht aus: Es wird kein Anspruch auf eine günstigere Versicherungsprämie für Frauen oder ältere Menschen, auf Abschluss eines verweigerten Mietvertrages oder auch nur eine Entschädigung zugestanden. Wenn sich dies so ändern soll, dass es für die Betroffenen wahrnehmbar ist und auch die Rechtswirklichkeit beeinflusst, ist ein umfassendes und anwenderInnenfreundliches Antidiskriminierungsgesetz erforderlich. Die Verabschiedung des AGG ist dafür ein wichtiger Schritt. Nun kommt es auf seine Anwendung in der Praxis an.

Rechte müssen aber auch bekannt sein, um sie nutzen zu können.
Ein weiteres Ziel des Antidiskriminierungsbüros ist daher die Aufklärung potentiell oder konkret von Diskriminierung Betroffener sowie die Weiterbildung und Beratung von MultiplikatorInnen und InteressenvertreterInnen über bestehende Möglichkeiten, gegen Diskriminierung vorzugehen.

Im Kampf gegen Diskriminierung, ist ein Gesetz nur ein Schritt. In Deutschland gibt es, anders als in vielen europäischen Ländern, bisher keine Alltagskultur der Antidiskriminierung.
Ein weiteres wichtiges Ziel des Antidiskriminierungsbüros ist es daher, einer breiten Öffentlichkeit die Mechanismen von Diskriminierung bewusst zu machen und eine aktive Zeugenschaft und Zivilcourage zu schaffen, um diskriminierende Tatbestände zu verhindern. Wir wollen helfen, antidiskriminierendes Verhalten als Alltagskultur zu etablieren, um Menschenrechte durchzusetzen und ein gesellschaftliches Klima von Akzeptanz, Vielfalt und Teilhabegerechtigkeit zu schaffen. Soziale Kompetenzen zum Umgang mit als unterschiedlich erlebten Kulturen, mit anderen Lebensformen und mit Verschiedenheit können erlernt, ein Umdenken zur Anerkennung der Vorteile von mehr Vielfalt bewirkt werden.
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