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Was bedeutet der horizontale Ansatz?

Der horizontale Ansatz besagt, dass die verschiedenen Diskriminierungsmerkmale gemeinsam in einem Gesetz geregelt werden. Zur Unterstützung der Betroffenen und zur Umsetzung des Antidiskriminierungsgedankens sollen Anlaufstellen eingerichtet werden, die für alle Diskriminierungsmerkmale zuständig sind.

Der horizontale Ansatz hat mehrere Vorteile:

Der gesellschaftlichen Umgang mit (oft vermeintlichen) Minderheiten und Normabweichungen wird transparenter und bei der Rechtsanwendung kann auf einheitliche Konzepte und breite Erfahrungen zugegriffen werden kann. Das stärkt die Position der Betroffenen. Eine gemeinsame Behandlung der verschiedenen Diskriminierungsmerkmale wirkt der Vorstellung entgegen, Diskriminierungen zum Beispiel wegen des Geschlechts seien schwerwiegender als solche wegen einer Behinderung, rassistische Diskriminierung sei heutzutage marginal oder Diskriminierungen wegen des Lebensalters seien nun mal auszuhalten.

Darüber hinaus rückt das Problem der Mehrfachdiskriminierung stärker in den Mittelpunkt. Keine_r von uns ist nur Mann oder Frau, nur schwarz oder weiß, nur Christ_in oder Muslim_a. Gerade Frauen sind von Mehrfachdiskriminierungen in ganz unterschiedlichen Konstellationen betroffen, ob als Mitglied der Mehrheitsgesellschaft (Frauen/Lesben mit deutschem Pass und christlichem Glaubensbekenntnis) oder in Minderheitenposition (MigrantInnen oder Frauen mit Behinderung).

Eine Stelle mit gebündelter Kompetenz erspart diskriminierten Menschen die oftmals Kraft kostende Suche nach dem adäquaten Hilfsangebot. Ergebnisse und Erfahrungen der Arbeit aus verschiedenen Diskriminierungsbereichen können dokumentiert, verglichen und gegebenenfalls übertragen werden. Eine Antidiskriminierungsstelle setzt auch ein Signal, dass Diskriminierung als solche wahr- und ernst genommen wird und nicht nur ein Problem gesellschaftlicher Minderheiten ist.

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