Schützt das AGG vor sozialer Diskriminierung?

Der sozialer Status ist kein geschütztes Merkmal des AGG. Ebenso wenig verleiht das AGG neue Ansprüche im sozialrechtlichen Bereich. Aber: Es verpflichtet zu einer diskriminierungsfreien Gewährung der bestehenden sozialrechtlichen Ansprüche und Vergünstigungen. Einem arbeitslosen Menschen darf z.B. eine Weiterbildungsmaßnhame nach SGB III nicht pauschal mit Verweis auf das Lebensalter abgelehnt werden. Und Menschen dürfen keine Beratungsnachteile z.B. aufgrund ihrer Herkunft oder einer körperlichen Einschränkung erleiden.

Und was ist mit Diskriminierung in der Schule?

Das AGG bezieht Auszubildende in der beruflichen Ausbildung voll mit in den Schutzbereich ein. Hier gilt für die AusbilderInnen: sie dürfen selbst nicht benachteiligen oder belästigen und müssen Auszubildende vor diskriminierenden Handlungen ihrer MitschülerInnen schützen. Im Bereich Schule und Hochschule gilt das AGG nicht unmittelbar, denn dieser Bereich der Bildung unterliegt der Gesetzgebung der Bundesländer. In einigen Bundesländern gibt es bereits Regelungen in den Schul- und Hochschulgesetzen. Im Freistaat Sachsen fehlen solche Regelungen bislang noch.
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