Diskriminierung & Migration

Diskriminierung & Migration

Diskriminierung ist eine gesellschaftliche Realität. In einer aktuellen Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2015) gab von 18.000 Befragten jede_r dritte an, in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung erlebt zu haben. Gesetze, etwa das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das vor 10 Jahren in Kraft getreten ist, allein reichen nicht aus, um diese Realität zu verändern. Im Alltag stehen Betroffenen nicht nur vor der Aufgaben, die erfahrenen Verletzungen und den Ausschluss von Ressourcen und Zugängen zu bewältigen, etwa wenn sie aus diskriminierenden Gründen keine Wohnung finden. Oftmals hängt es zusätzlich von ihnen ab, ob Diskriminierungen als solche überhaupt thematisiert und Veränderungen - auch gegen Widerstände - eingefordert werden.

Antidiskriminierungsberatung ist ein Unterstützungs- und Entlastungsangebot für Betroffene von Diskriminierung. Sie bietet einen geschützten Raum um über die verletzenden Erfahrungen zu sprechen und unterstützt Klient_innen bei der Durchsetzung ihrer Rechte und der Veränderung benachteiligender Praxen und Strukturen.

(Rassistische) Diskriminierung ist eine gesellschaftliche Realität mit der (geflüchtete) Menschen mit Migrationsgeschichte/ Rassismuserfahrung in besonderem Maße konfrontiert sind - sei es bei der Arbeits- oder Wohnungssuche, im Kontakt mit Behörden, beim Zugang zu Bildung oder dem Abschluss eines Kaufvertrages u.a. - nachfolgend Beispiele aus unserer Beratung:

  • Eine Hausverwaltung lehnt die Vermietung einer Wohnung an eine Familie aus dem Irak mit der Begründung ab, dass dem Eigentümer Geflüchtete als Mieter „unangenehm“ wären.

  • Ein Direktor einer sächsischen Schule fordert eine Schülerin mit Kopftuch auf, dieses abzulegen, mit der Begründung dass Kopfbedeckungen im Unterricht nicht gestattet seien.

  • Eine Migrationsberaterin ruft für eine Klientin in einer Arztpraxis an, um einen Termin zu vereinbaren. Sie erhält die Auskunft, dass zur Zeit keine Termine vergeben werden könnten. Wenig später ruft sie noch einmal an, diesmal „für eine Freundin“ und erhält einen Termin.

© ADB 2014