Was ändert sich im Arbeitsrecht?

Arbeitnehmer_innen dürfen grundsätzlich nicht wegen eines der sechs Merkmale benachteiligt oder belästigt werden.

Jedoch stellt nicht jede unterschiedliche Behandlung eine verbotene Benachteiligung dar. Liegt objektiv eine Benachteiligung vor, kann diese im Einzelfall durch sachliche Gründe gerechtfertigt, d.h. erlaubt sein. So dürfen ArbeitgeberInnen bestimmten Voraussetzungen z.B. weiterhin ein Höchstalter für die Einstellung von ArbeitnehmerInnen vorsehen und besondere Fördermaßnahmen, zum Beispiel für Frauen, zum Ausgleich bestehender Nachteile ergreifen.

Das AGG verbietet außerdem Belästigung und sexuelle Belästigung in Ausbildung und Beruf. Gemeint ist jedes unerwünschte herabwürdigende (gg. sexuell bestimmte) Verhalten, von rassistischen oder frauenfeindlichen Witzen, Anfeindungen bis zu körperlichen Übergriffen. Damit eröffnet sich auch die Chance, Mobbinghandlungen wirkungsvoller entgegenzutreten. 

Das AGG verpflichtet ArbeitgeberInnen, über Diskriminierung aufzuklären, eine Beschwerdestelle einzurichten und die Betroffenen zu schützen, in dem aktiv gegen diskriminierende Verhaltensweisen vorgegangen wird.

Im Falle einer Benachteiligung steht ArbeitnehmerInnen ein Anspruch auf Schadenersatz zu, den sie innerhalb von zwei Monaten schriftlich geltend machen müssen. Hierbei handelt es sich um einen individuellen, vor den Arbeitsgerichten einklagbaren Anspruch.
Unter bestimmten Voraussetzungen kommen benachteiligten Arbeitnehmern im Prozess Beweiserleichterungen zugute.

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