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Workshop: Ableism - Hauptsache Gesund!

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen lud zum Workshop "Hauptsache gesund! Krankheit und Behinderung als Super-GAU des bürgerlichen Individuums" ein.

Das Wichtigste im Leben ist doch die Gesundheit. Klar, Kranksein ist doof, und dass Krücken als unsexy gelten, das weiß jeder, der schon mal einen Sportunfall hatte. Krank oder behindert sein will niemand. Nicht umsonst gibt es die Dauer-Debatte um die Sterbehilfe, denn trotz Lebensschutz-Primats ist Konsens: „An Schläuchen hängen – niemals“. Die damit verbundene Abhängigkeit ist DAS Katastrophenszenario des sich als frei gerierenden bürgerlichen Individuums. Auch die Möglichkeit, ein behindertes Kind zu bekommen, löst Angst aus und ruft nach vorgeburtlicher Katastrophenverhinderung mittels Pränataldiagnostik und PID.
Kein Wunder, dass die Repräsentanten dieser Katastrophe Unbehagen erzeugen. Abscheu, Mitleid, Bewunderung – sind vielfältig und oft extrem. 

In dem Workshop ging es u.a. um folgende Fragen: 
Was sind die Stereotypen rund um abweichende Körperlichkeit? Was bedeutet der (intakte) Körper im Kapitalismus? Was ist Ableism, und ist Behinderung vielleicht gar kein Spezialphänomen, das nur eine Minderheit betrifft, sondern eigentlich was ganz Normales? Und was bringen die Behindertenbewegung, Rampen und Integrationsjobs?

Referentin:
Rebecca Maskos, freie Journalistin und Referentin für Disability Studies

Den Vortrag "Hauptsache gesund! Krankheit und Behinderung als Super-Gau des bürgerlichen Individuums", erschienen im Extrablatt 4 Winter 2008/2009, können Sie hier herunterladen. Das Dokument ist nicht barrierefrei.

Wann: Samstag, 22. Oktober 2011 von 10 - 16:30 Uhr
Wo: Haus ohne Barrieren (1. Etage), Friedrich-Ebert-Straße 77, 04109 Leipzig
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