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Barrierefreiheit, Bildung, Gleichstellung – Die UN-Behindertenrechtskonvention

Flyer Infoveranstaltung UN-BRK

Informationsveranstaltung

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) wird ein historischer Wendepunkt im internationalen Behindertenrecht markiert. Welche praktische Bedeutung die UN-BRK für den Alltag von Menschen mit Behinderungen hat, war Gegenstand der Informationsveranstaltung „Leipzig Inklusive – Die UN- Behindertenrechtskonvention und deren praktische Auswirkungen“ am 28. April um 17 Uhr im Neuen Rathaus (Festsaal) sein.

Zur Veranstaltung luden der Behindertenbeirat der Stadt Leipzig, die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Stadt Leipzig, der Mobile Behindertendienst, das Antidiskriminierungsbüro Sachsen und die Universität Leipzig ein.

Mit Vorträgen und Workshops wurde Leipzigs Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachleuten die Möglichkeit eines konstruktiven Gedankenaustausches zu den praktischen Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention gegeben. RAin Anne Kobes vom Antidiskriminierungsbüro stellte die Eckpfeiler der UN-BRK vor. Irmtraud Schnell von der Goethe-Universität Frankfurt/Main sprach über das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Gleichbehandlung im Bildungssystem (inklusive Bildung). Das Thema der Barrierefreiheit in Mobilität, Bau und Kommunikation griff Matthias Pfeil von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in seinem Vortrag auf. In den anschließenden Workshops wurde diskutiert, was sich ändern muss, um die UN-BRK umzusetzen.

Die UN-BRK ist der erste verbindliche universelle Völkerrechtsvertrag, der den Katalog der Menschenrechte auf die Situation behinderter Menschen zuschneidet. Aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung sieht die UN-BRK einen enormen Handlungsbedarf bei der Überwindung von Ungleichheit hin zur Gleichberechtigung und Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung. Diese Entwicklung ist im internationalen Behindertenrecht ein wichtiger Meilenstein, zumal Behinderung nicht mehr länger von medizinischen Gesichtspunkten sondern künftig vom menschenrechtlichen Gesichtspunkt aus gesehen wird, die mit einer Abkehr von einem defizitorientierten Ansatz verbunden ist. Die Bundesrepublik Deutschland ist jetzt verpflichtet, zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geeignete Maßnahmen zu treffen, damit Menschen mit Behinderung alle Menschenrechte und Grundfreiheiten voll in Anspruch nehmen können.

Den Flyer zur Infoveranstaltung können Sie nachfolgend herunterladen:
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